Pfoten und Nasenpflege – Was eine gute Formulierung ausmacht

Pfoten und Nasenpflege – Was eine gute Formulierung ausmacht

Table of Contents

    Pfotenballen tragen einen Hund täglich über Asphalt, Waldwege, Kies, Schnee und feuchte Wiesen. Die Nase ist Wind, Sonne, trockener Heizungsluft und wechselnden Temperaturen ausgesetzt. Beide Bereiche sind von Natur aus widerstandsfähig. Trotzdem können sie zeitweise trocken, rau oder pflegebedürftig wirken.

    Wer dann nach einem Pflegeprodukt sucht, findet sehr unterschiedliche Konzepte: wasserhaltige Cremes, reichhaltige Salben, klassische Wachsbalsame, Sticks oder moderne wasserfreie Formulierungen. Manche setzen auf Sheabutter und Pflanzenöle, andere auf Petrolatum, Wachse, Squalan oder moderne Ester.

    Keine dieser Kategorien ist automatisch die beste. Entscheidend ist, was ein Produkt an der jeweiligen Körperstelle leisten soll – und wie seine Bestandteile zusammenspielen.

    Wann brauchen Nase und Pfoten überhaupt Pflege?

    Gesunde Pfotenballen müssen nicht vollkommen glatt oder weich sein. Ihre widerstandsfähige Oberfläche gehört zu ihrer natürlichen Funktion. Pflege kann sinnvoll sein, wenn die Ballen trocken oder rau wirken oder durch Kälte, trockene Luft, Streusalz und raue Untergründe stärker beansprucht werden.

    Ähnlich ist es bei der Nase. Eine trockene oder raue Oberfläche ohne weitere Auffälligkeiten kann kosmetisch gepflegt werden. Tiefe Risse, Blutungen, Entzündungen, Schwellungen, starke Farbveränderungen oder länger anhaltende Veränderungen sollten dagegen tierärztlich abgeklärt werden. Erkrankungen des Nasenspiegels können sehr unterschiedliche Ursachen haben und lassen sich nicht allein anhand von „Trockenheit“ beurteilen.

    Auch offene oder blutende Risse an den Pfoten, deutliche Schmerzen, anhaltendes Humpeln, Entzündungen oder auffällig intensive Beleckung gehören nicht einfach mit mehr Balsam behandelt. Trockene und beanspruchte Haut kann Pflege benötigen. Auffällige oder erkrankte Haut benötigt eine Diagnose.

    Creme, Salbe oder moderner wasserfreier Balsam?

    Die Grundlage eines Pflegeproduktes beeinflusst, wie es sich verteilen lässt, welchen Film es hinterlässt und wie viel davon benötigt wird. Vereinfacht lassen sich viele Produkte in drei Formulierungswelten einteilen.

    Wasserhaltige Cremes und Emulsionen

    Eine klassische Creme oder Lotion kombiniert eine Wasserphase mit einer Fettphase. Emulgatoren sorgen dafür, dass sich beide miteinander verbinden.

    Solche Formulierungen haben klare Vorteile. Sie können sich sehr leicht verteilen, ziehen häufig schneller ein und vermitteln ein weniger fettiges oder frischeres Hautgefühl. Außerdem lassen sich wasserlösliche und fettlösliche Bestandteile in einer Formulierung miteinander kombinieren.

    Wasser macht ein Pflegeprodukt also nicht schlechter. Es verändert allerdings die Anforderungen an die Rezeptur. Wasser bietet Mikroorganismen grundsätzlich günstigere Wachstumsbedingungen als eine wasserfreie Fettphase. Deshalb muss eine wasserhaltige Formulierung mikrobiologisch zuverlässig geschützt werden. Welche Konservierungsstrategie dafür erforderlich ist, hängt von der gesamten Rezeptur, der Verpackung und weiteren Faktoren ab.

    Reichhaltige Salben und klassische Balms

    Am anderen Ende stehen sehr fettreiche und teilweise stark okklusive Formulierungen. Petrolatum, Paraffine, Pflanzenbuttern und größere Wachsmengen können einen ausgeprägten Film auf der Oberfläche bilden und Wasserverlust begrenzen.

    Auch diese Rohstoffe sind nicht grundsätzlich problematisch. Eine starke Okklusivität kann je nach Hautzustand und gewünschtem Einsatzzweck durchaus sinnvoll sein.

    Im Alltag mit Hund kann eine sehr schwere Formulierung allerdings auch Nachteile haben: Sie lässt sich unter Umständen schwieriger dünn dosieren, fühlt sich länger fettig an und kann leichter an Textilien oder Böden gelangen. Ob das tatsächlich passiert, hängt wiederum von der konkreten Rezeptur ab – nicht allein davon, ob beispielsweise Sheabutter oder Petrolatum enthalten ist.

    Moderne wasserfreie Pflege

    Wasserfreie Pflege muss heute nicht mehr zwangsläufig aus einer sehr schweren Mischung aus Öl, Butter und Wachs bestehen.

    Moderne Formulierungen können unterschiedliche Lipide, Pflanzenöle, Wachse, Squalan, Phytosterolester und leichte Emollients miteinander kombinieren. So lassen sich Festigkeit, Gleitfähigkeit, Verteilbarkeit und die Stärke des zurückbleibenden Pflegefilms gezielt beeinflussen.

    Das ermöglicht beispielsweise einen festen Stick, der bei Raumtemperatur stabil bleibt, beim Überstreichen der Pfote aber einen dünnen Film abgibt. Ein Nasenbalsam kann dagegen so aufgebaut werden, dass nur seine Oberfläche durch Fingerwärme leicht geschmeidig wird und dadurch sehr kleine Mengen aufgenommen werden.

    Ist wasserfreie Pflege deshalb besser?

    Nicht grundsätzlich.

    Eine gut entwickelte Emulsion kann eine hervorragende Pflege sein. Eine schlecht abgestimmte wasserfreie Rezeptur kann dagegen schmieren, kleben oder unangenehm schwer wirken.

    Wasserfreie Formulierungen haben aber für bestimmte Anwendungen praktische Eigenschaften. Ohne zugesetzte Wasserphase sind die Voraussetzungen für mikrobielles Wachstum in der Regel deutlich ungünstiger. Deshalb kommen viele wasserfreie Balms, Öle und Sticks ohne klassische antimikrobielle Konservierungsmittel aus. Das bedeutet nicht, dass ein wasserfreies Produkt nicht verunreinigt werden kann oder automatisch unbegrenzt haltbar wäre. Rohstoffqualität, Herstellung, Verpackung, Oxidationsstabilität und die Verwendung durch den Kunden spielen weiterhin eine Rolle.

    Auch Antioxidans und Konservierungsmittel sollte man nicht verwechseln. Tocopherol – besser bekannt als Vitamin E – wird häufig eingesetzt, um empfindliche Öle und Lipide vor Oxidation zu schützen. Es verhindert damit vor allem das Ranzigwerden der Fettphase. Ein klassisches antimikrobielles Konservierungsmittel ist es nicht.

    Für kleine Anwendungsbereiche wie Nase und Pfoten kann eine wasserfreie Formulierung dennoch besonders interessant sein: Es wird nur wenig Fläche gepflegt, Wasser wird für die eigentliche Produktfunktion nicht zwingend benötigt und die aufgetragene Menge lässt sich über eine feste Textur sehr genau steuern.

    Warum nicht einfach Sheabutter und Wachs?

    Eine möglichst kurze Zutatenliste wirkt auf den ersten Blick überzeugend. Und für manche Produkte genügt tatsächlich eine sehr einfache Formulierung. Komplexer bedeutet aber nicht automatisch unnötiger.

    Eine Pflanzenbutter wie Shea liefert andere Eigenschaften als ein flüssiges Öl. Ein Wachs wiederum gibt einem Balsam Struktur und beeinflusst den Schutzfilm. Verwendet man ausschließlich schwere Lipide und Wachse, kann das Ergebnis jedoch entsprechend reichhaltig und langsam verteilbar sein.

    Hier kommen leichtere Emollients ins Spiel.

    Coco-Caprylate ist beispielsweise ein schnell spreitendes Emollient. Vereinfacht gesagt hilft es einer Fettphase dabei, sich leichter und gleichmäßiger auf der Oberfläche zu verteilen. Es ersetzt ein Wachs oder eine Pflanzenbutter also nicht, weil es grundsätzlich „besser“ wäre, sondern erfüllt eine andere Aufgabe innerhalb der Rezeptur. BASF beschreibt Coco-Caprylate als schnell spreitendes Emollient mit leichtem Hautgefühl.

    Ähnlich verhält es sich mit Squalan. Es ist ein flüssiges, sehr stabiles Lipid, das in kosmetischen Formulierungen als Emollient eingesetzt wird und dabei unter anderem das Hautgefühl und die Verteilbarkeit einer Fettphase beeinflussen kann. Squalan ist seit Langem Bestandteil kosmetischer Formulierungen und wurde umfangreich für diesen Einsatz bewertet.

    Der Vorteil einer solchen Kombination besteht nicht darin, möglichst viele außergewöhnlich klingende Inhaltsstoffe einzusetzen. Es geht darum, verschiedene Aufgaben innerhalb einer Rezeptur auf unterschiedliche Bestandteile zu verteilen: Struktur, Gleitfähigkeit, Pflegefilm, Stabilität und Sensorik.

    Was Phytosterolester in einer Formulierung leisten können

    Ein weiteres Beispiel sind Crambe Abyssinica Seed Oil Phytosterol Esters. Dabei handelt es sich um Ester aus Bestandteilen des Crambe-Samenöls und Phytosterolen.

    In kosmetischen Formulierungen werden sie unter anderem als hautpflegend und filmbildend eingesetzt. Sie können eine wasserfreie Lipidphase damit funktionell ergänzen, ohne einfach nur ein weiteres Pflanzenöl zu sein. Entscheidend ist also nicht, wie viele bekannte Inhaltsstoffe enthalten sind, sondern ob jeder Bestandteil einen nachvollziehbaren Zweck erfüllt.

    Brauchen Nase und Pfoten Duft?

    Viele Pflegeprodukte für Hunde werden beduftet – entweder mit Parfum, über ätherische Öle oder durch andere aromatische Bestandteile. Ein angenehmer Duft kann für den Menschen das Anwendungserlebnis positiv beeinflussen. 

    Ob ein Duft natürlich oder synthetisch erzeugt wurde, ändert an seiner fehlenden Notwendigkeit für die Pflegewirkung aber nichts. Ein künstlicher Kokosduft verbessert weder den Zustand eines Pfotenballens noch den einer trockenen Nase. Ein ätherisches Öl wird ebenfalls nicht allein dadurch funktionell notwendig, dass es pflanzlichen Ursprungs ist.

    Bei diesen beiden Körperstellen ist besonders relevant, sie leicht abgeleckt werden und die Inhaltsstoffe somit in den Magen gelangen. Dazu kommt, dass Hunde einen stark ausgeprägten Geruchssinn haben. Parfümierte Balsame bedeuten für das feine Riechorgan eine permanente Reizüberflutung. Zudem bergen Duftstoffe auf rissiger Haut ein hohes Risiko für Kontaktallergien, Brennen und zusätzliche Irritationen. Da die Inhaltsstoffe beim Putzen unweigerlich abgeschleckt werden, können potenziell unverträgliche Substanzen zudem den Organismus von innen belasten. 

    Für Produkte an Nase und Pfoten liegt der Verzicht auf zusätzliche Beduftung deshalb nahe.

    Warum Nose Care und Paw Care nicht automatisch dasselbe Produkt sein müssen

    Am Markt werden Nase und Pfoten häufig gemeinsam mit einem einzigen „Nose & Paw Balm“ gepflegt. Das ist grundsätzlich möglich. Beide Bereiche profitieren von Lipiden und einem schützenden Pflegefilm. Ihre Anforderungen sind trotzdem nicht identisch.

    Pfotenballen werden mechanisch belastet. Sie stehen in direktem Kontakt mit Asphalt, Erde, Feuchtigkeit, Kies oder Streusalz. Ein Pfotenbalsam sollte deshalb ausreichend stabil sein, sich kontrolliert auftragen lassen und eine merkliche Wachsschicht hinterlassen, um der Beanspruchung draußen eine gewisse Zeit standhalten können.

    Die Nase ist dagegen eine sehr kleine, unbehaarte Fläche. Hier werden normalerweise minimale Mengen benötigt, um das Riechvermögen nicht einzuschränken. Hunde lecken sich ständig über die Nase, um Geruchsmoleküle aufzunehmen und ins Jakobson-Organ weiterzuleiten. Ein dicker Wachsfilm behindert diesen Mechanismus massiv. Die Rezeptur sollte sich daher sehr fein dosieren lassen und einen dünnen Pflegefilm ermöglichen, der möglichst schnell einzieht. 

    Zwei getrennte Produkte sind aufgrund der unterschiedlichen Anwendungsbereiche deshalb oft sinnvoll, sofern es sich auch um zwei verschiedene Formulierungen handelt. Hier hilft ein kurzer Blick auf die Inhaltsstoffliste.

    Wie VALENCONA dieses Prinzip umsetzt

    VALENCONA ordnet Nose Protect und Paw Protect der SENSITIVE Linie zu. SENSITIVE bedeutet dabei konsequent: unparfümiert und ohne zugesetzte Duftstoffe

    Die beiden Produkte verwenden trotzdem nicht einfach dieselbe Basis in unterschiedlichen Verpackungen:

    Nose Protect ist als sehr feste wasserfreie Pflege konzipiert. Beim Darüberstreichen mit der Fingerkuppe wird nur die Oberfläche durch Körperwärme leicht geschmeidig. Dadurch lässt sich eine kleine Menge aufnehmen und sehr dünn auf dem Nasenspiegel verteilen. Crambe Abyssinica Seed Oil Phytosterol Esters ergänzen dabei die Lipidphase als hautpflegende und filmbildende Komponente.

    Paw Protect ist dagegen als fester Stick formuliert. Die Kombination aus Wachsen, Lipiden und leichteren Emollients sorgt dafür, dass der Stick seine Form behält, beim Überstreichen der Ballen aber einen feinen Film abgibt. Coco-Caprylate unterstützt dabei die gleichmäßige Verteilung, während ein Komplex aus pflanzlichen Wachsen (Carnauba-, Candelilla- und Reiskeimwachs) eine dünne, aber schützende Schicht hinterlässt. 

    Gemeinsam haben die Formulierungen die wasserfreie Grundlage, die unparfümierte SENSITIVE-Ausrichtung und das Ziel, mit einer kleinen, kontrollierbaren Menge auszukommen.

    Weniger auftragen ist bei einem Balsam meist sinnvoller

    Bei wasserfreier Pflege ist eine dick sichtbare Schicht normalerweise nicht erforderlich. Zu viel Balsam verbessert den Pflegeeffekt nicht automatisch. Überschüssiges Material bleibt lediglich länger auf der Oberfläche, kann leichter Schmutz aufnehmen oder vom Hund abgeleckt werden.

    Bei Nose Protect genügt deshalb eine kleine Menge, die mit der Fingerkuppe aufgenommen und hauchdünn verteilt wird. Die feste Oberfläche hilft dabei, nicht versehentlich eine große Portion aus dem Tiegel zu entnehmen.

    Beim Paw Protect wird der Stick nur so weit herausgedrückt, wie es für die Anwendung notwendig ist. Anschließend genügt es, mit ein wenig Druck dünn über die trockenen und vom Schmutz befreiten Ballen zu streichen. Die feste, wachsbasierte Struktur ist darauf ausgelegt, einen kontrollierbaren Film abzugeben und nicht unnötig viel Produkt auf der Pfote zu hinterlassen.

    Gerade konzentrierte, wasserfreie Pflege ist oft deutlich ergiebiger als Emulsionen und  deshalb weniger eine Frage großer Füllmengen als der Menge, die bei einer einzelnen Anwendung tatsächlich benötigt wird.

    Share information about your brand with your customers. Describe a product, make announcements, or welcome customers to your store.